BBS 1 Schülerin schreibt Buch über ihre Flucht nach Deutschland

Schüler Zarah HBESI1.1

BBS 1 Schülerin schreibt Buch über ihre Flucht nach Deutschland

Schüler Zarah HBESI1.1
Schülerin Zarah Alhelamy aus der HBESI1.1

 

Im nächsten Jahr wird ihr Buch erscheinen: Sie hat eine Zusage vom Verlag Bibliomania im Vereinigten Königreich bekommen. Über mindestens 100 Seiten wird Zahra Alhelamy jedes Detail ihrer Fluchtgeschichte aus Syrien spannend beschreiben. „Refugee Memoirs“ möchte sie das Buch nennen, „Erinnerungen einer Geflüchteten“, welches im regulären Buchhandel in englischer Sprache verfügbar sein wird. Der befreundete Journalist Alexander Roberto hat Zahra von Anfang an darin bestärkt, ihre mitreißende Geschichte in die Welt zu tragen, damit alle etwas über diese „dunkle Seite unserer Welt“ erfahren.

Zahra mit ihren Klassenkameraden
Zahra mit ihren Klassenkameraden der HBESI1.1

 

Zahra:

Als ich elf Jahre alt war, begann der Krieg in meinem Heimatland Syrien. Meine Familie und ich sahen viele Menschen, die auf ganz unterschiedliche Weise ums Leben gekommen waren. Der Tod war für uns täglich sichtbar.

Als kleines Kind freute ich mich immer auf die Schule. Eines Tages konnte ich jedoch nicht zur Schule gehen, weil ich krank war. Ich war so glücklich, mich einige Tage später wieder auf den Weg machen zu dürfen. Als ich ankam, sah ich nur noch Trümmer vor mir. Es hatte in der Nacht einen Luftangriff gegeben und alle meine Lehrer und sehr guten Freunde waren einfach weg.

Wenig später war unsere gesamte Stadt besetzt, vom Regime belagert. Nun gab es auch keine lebenserhaltenden Dinge wie Strom, Nahrung, Wasser mehr. Auf jeden Fall nicht mehr für die armen Menschen, denn alles wurde jetzt zu exorbitanten Preisen veräußert. So hat das Regime vielen Menschen die Chance zu überleben genommen. Wir hatten mitten im Krieg niemanden, der uns helfen konnte. Chaos und Leiden beherrschten unser Leben.

Endlich auf einem Schiff im Mittelmeer auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland, wogen wir uns in Sicherheit. Aber es kam anders: Der ausländische Kapitän verstand unsere Sprache nicht, im Boot war so viel Wasser, dass wir drohten, unterzugehen. Sieben lange Stunden vergingen, voller Angst und Hoffnung, unzähligen Gebeten, das durchdringende Weinen und Schreien der anderen Passagiere brach nicht ab. Es ging um das blanke Überleben.

Ich bin in viele Länder geflüchtet, in die Türkei, nach Griechenland, bis ich im Alter von 19 Jahren endlich Deutschland erreichte.

Tausende haben ihr Leben verloren, weil sie versuchten, in Sicherheit zu leben. Ich schreibe dieses Buch, weil ich mit der Welt meinen Schmerz teilen möchte. Wir sind Flüchtlinge: JA. Aber: WIR SIND AUCH MENSCHEN! So ist es mein Ziel, mich in der Zukunft vermehrt für Menschenrechte einzusetzen.

Kathrin Kebedies, Klassenlehrerin der HBESI 1.1, die Zahra bei der Buchübersetzung behilflich ist, lobt die positive Lebenseinstellung ihrer Schülerin und wünscht ihr und ihrer Familie alles Gute für die Zukunft und ganz viel Erfolg!

Kathrin Kebedies und Zahra
Kathrin Kebedies